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3. Mai 2013

Tipps und Tricks - Argentinien/Chile


Hier noch der zweite Teil unserer „Südamerika“-Zusammenfassung. Argentinien und Chile grenzen zwar im Norden an die Andenländer, haben aber mit der dortigen, indigen geprägten Kultur nicht viel gemeinsam. In Chile wurden wir sogar, von Bolivien her einreisend, mit den Worten „Willkommen in der Zivilisation“ begrüsst. Ein Versprechen, welches nicht immer eingehalten wurde... aber dazu später.

Länder und Leute:

Wir geben’s ja zu, wir haben die ersten Tage in Salta so richtig genossen. Für „Argentinien-Kenner“ mag diese Stadt zwar nicht so speziell sein, nach zwei Monaten in der Andenregion wirkte sie auf uns aber wie eine Oase. Alles schien irgendwie vertraut und organisiert. Plötzlich fielen wir auch optisch nicht mehr auf, und wurden sogar von anderen Touristen für Einheimische gehalten bzw. nach dem Weg gefragt. :-) Nachts noch die Stadt erkunden – kein Problem. Im Gegenteil, sobald es dunkel wird, kommt Leben in die argentinischen Strassen. Sogar Familien mit Kleinkindern sind um Mitternacht noch draussen anzutreffen. Man sieht die europäisch geprägte Geschichte den Menschen und dem Strassenbild an. Nicht nur Spanier, sondern auch Italiener, Deutsche, Waliser, Kroaten und sogar Schweizer haben einzelnen Regionen ihren Stempel aufgedrückt. Leider hat diese Einwanderung auch dazu geführt, dass die indigene Mapuche-Kultur fast ausgestorben ist.

Natürlich fiel uns die kulturelle Verwandtschaft zu Europa vor allem deswegen extrem auf, weil wir uns in den Andenländern schon ein wenig an die dortige Lebensweise angepasst hatten. Hätten wir Argentinien und Chile zuerst bereist, wären uns wahrscheinlich eher die Unterschiede als die Ähnlichkeiten zur Heimat aufgefallen. Denn auch diese Länder sind in vielen alltäglichen Belangen typisch südamerikanisch. Oberste Regel: Immer Kleingeld und WC-Papier griffbereit haben, das ist nämlich Mangelware (im Gegensatz zu streunenden Hunden, die gibt’s auch hier an jeder Strassenecke). Kenntnisse der Landessprache sind in vielen Regionen sehr nützlich, auch wenn man sich mit Englisch in Patagonien und den Hauptstädten gut durchschlagen könnte. Jedoch, auch wer meint, er könne sich in Spanisch verständigen, kommt irgendwann an seine Grenzen. Den argentinischen Dialekt konnten wir zwar mit ein bisschen Übung verstehen und selbst nachahmen, aber beim „Chileñol“ genannte Kauderwelsch Chile’s verstanden wir nur noch Bahnhof. :-)

Ärgerliches:

Alles was im Kapitel „Andenländer“ über Taxifahrer geschrieben wurde trifft auch hier zu. Zwar erkennen diese einen optisch nicht gleich als Touristen, sobald sie’s aber merken, steigen die Fahrpreise rasant an. Tipp: In grösseren Städten besser gleich die U-Bahn oder den lokalen Bus nehmen.

Auffälliges:

Chile und Argentinien sind sich geschichtlich sehr ähnlich. Beide Länder sind geprägt von Einwanderern aus Europa, sie haben Militärdiktaturen und turbulente Wirtschaftskrisen durchlebt und gelten wirtschaftlich als Schwellenländer. Trotzdem haben wir die jeweiligen Bevölkerungen als ziemlich verschieden erlebt.

Das Vorurteil, die Argentinier seien arrogant, trifft unserer Meinung nach überhaupt nicht zu. Wir erlebten die Einheimischen grösstenteils als sehr hilfsbereite und freundliche, wenn auch sehr laute Menschen. :-)  Ob die Argentinier durch die anhaltenden Wirtschaftsprobleme auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden, oder ob dieses Vorurteil schon immer falsch war, können wir hier nicht beurteilen. Der Nationalstolz beschränkt sich meist auf Fussballer wie Messi und Maradona sowie (neuerdings) den Papst, aber sicher nicht auf die Politik und Wirtschaft des Landes. Viele Argentinier spüren die Krise am eigenen Leibe. Die Währung wird immer schwächer, und somit alle Güter (insbesondere Lebensmittel) immer teurer, auch wenn die Regierung dies offiziell bestreitet. Auch Langstrecken-Busfahrten können sich mittlerweile nur noch Besserverdienende und Touristen leisten. Doch die Argentinier jammern nicht; im Gegenteil, viele entwickeln erst recht einen Unternehmer-Instinkt. Egal ob Hostelbetreiber, Kellner oder Supermarkt-Verkäuferinnen, wir spürten vielfach eine Arbeitsfreude und Motivation, welche wir so nicht erwartet hätten.

Beim Nachbarn Chile merkt man dann, dass die Regierung in den letzten Jahren sehr vieles richtig gemacht haben muss. Die Infrastruktur ist durchdacht, die Wirtschaft stabil bis wachsend und die Busse der grossen Unternehmen fahren auch meist pünktlich. :-) Diese spürbare Organisation ist in Südamerika tatsächlich eine Seltenheit, und macht die Chilenen auch sehr stolz und patriotisch. Man ist so fest überzeugt, die einzige zivilisierte Nation der Region zu sein, dass die Nachbarstaaten vielfach belächelt werden.

Aber trotz dieser hervorragenden Rahmenbedingungen sieht die Realität nicht immer so perfekt aus. Viele alltägliche Dinge scheitern, im Gegensatz zu Argentinien, meist an der mangelnden Arbeitsmotivation der Bevölkerung. Das Motto „der Lohn kommt ja sowieso, egal wie hart ich arbeite“ scheint hier sehr verbreitet zu sein, und Kunden werden vielfach als unwillkommene Störung angesehen. Sei es bei der münzsortierenden Glacéverkäuferin, den tratschenden Schuhverkäuferinnen, der SMS-schreibenden Hostelreceptionistin, usw. (PS: Das Glacé haben wir dann bei der Fast-Food-Kette nebenan gekauft, da uns erwähnte Verkäuferin auch nach 5 Minuten nicht bemerken wollte. *g*)

In die selbe Kategorie fallen auch sonstige Unbequemlichkeiten, welche wir eigentlich eher in den Andenländern erwartet hätten. Zum Beispiel die leeren Bancomaten in San Pedro und das nicht funktionierende Reservationssystem des Hostels in Puerto Natales. Grundsätzlich wären die Voraussetzungen ja gegeben, aber wenn die verantwortliche Person keine Lust hat den Job zu machen, bringt dies leider auch nichts.

Natürlich gibt es auch sehr viele zuvorkommende, freundliche und fleissige Chilenen, welche sich über oben beschriebene Problematik in ihrem Land ziemlich ärgern. Gute Eindrücke sammelten wir vor allem in kleineren, privat geführten Geschäften/Hostels/Restaurants, wo die Eigentümer selbst hinter der Kasse stehen. Sinnbilder hierfür sind z.B. die pensionierte ältere Dame unseres Hostels in Puerto Montt (inkl. Frühstück in der Familienküche) oder der taubstumme Herr, der es schaffte, uns ohne Worte in seine Frisch-Fisch-Beiz in Anselmo zu locken.

Kulinarisches:

Wie haben wir uns auf das argentinische Essen gefreut! Nach zwei Monaten Reis und Hühnchen in den Andenländern gönnten wir uns, kaum über die Grenze, gleich ein herzhaftes Stück Rindfleisch. Ob im Restaurant oder selbst gegrillt, ob „Bife de Lomo“ (Fillet) oder „Bife de Chorizo“ (Rumpsteak)... alles was über argentinisches Rindfleisch gesagt wird, stimmt. Und vor Ort schmeckt’s nochmals besser, als nach einer langen „Export“-Reise über den Ozean. Zudem gehört das Asado (eine Art XXL-Grillparty) seit Ewigkeiten zur Landeskultur. Trotzdem, oder gerade deshalb, weiss ich nicht, ob wir jemals wieder ein argentinisches Steak in der Schweiz kaufen werden... es ist halt einfach nicht dasselbe, und abgesehen davon auch um ein Vielfaches teurer als bei den Gauchos. Da klopfen wir dann zuhause lieber beim Bauer an. :-)

Neben dem omnipräsenten Fleisch und dem weltbekannten Rotwein (Malbec/Carménère) haben Argentinien und Chile auch noch ein paar weniger berühmte, aber nicht minder leckere Spezialitäten im Angebot. Unsere Hitparade:

1. Platz: Dulce de Leche (Ultrasüsse caramelisierte Kondensmilch für auf’s Brot, in Chile „Manjar“ genannt)

2. Platz: Alfajores (Bisquits mit „Dulce de Leche“-Füllung. Unsere Lieblingsmarke: Terrabusi)

3. Platz: Mate (Der bitterste Tee weltweit, aber das hindert niemanden daran, das Zeugs literweise zu trinken. Kein richtiger Argentinier verlässt das Haus ohne Thermoskanne, Becher und „Bombilla“... egal ob’s draussen 40 Grad heiss ist. *g*)

Übernachten:

Zwar sind in Argentinien und Chile wieder alle bekannten internationalen Hotelketten vertreten, wir blieben aber auch dort den kleineren Hostels treu.Für vergleichbare Qualität mussten wir aber doppelt so viel hinlegen wie bspw. in Ecuador/Peru, also ca. USD 40-50 für’s Doppelzimmer. Da die Küchen meist sehr gut ausgerüstet sind, konnten wir mit Selbst-Kochen einige Peso’s sparen. Highlights: "La Tosca" in Puerto Madryn und "Laos" in Mendoza. Zwei gaaaanz gemütliche Hostels mit gemütlichen Gärten, schönen Zimmern und superfreundlichen Gastgebern.

Reisen:

Kaum ein Bereich des Alltags frustrierte uns so stark wie die Busreisen in Argentinien. Einerseits stiegen die Preise in den letzten Jahren massiv an, und wir bezahlten meist doppelt so viel, wie in unserem Reiseführer (Ausgabe 2010) aufgeführt war. Und wir wurden nicht mal über den Tisch gezogen (Einheimische zahlen gleich viel)! In Geldeinheiten ausgedrückt: ca. USD 5 pro Fahrstunde (also 5mal so viel wie in Ecuador/Bolivien).

Und wer denkt, der höhere Preis bedeute höhere Qualität, der wird gleich nochmals enttäuscht. Über die Hälfte unserer Busse war schon bei Abfahrt verspätet... und dann nicht nur ein paar Minuten. Nein, meist bedeutete dies 2-4 Stunden Wartezeit am Busbahnhof ohne Gewissheit, ob der Bus überhaupt noch kommt. Auf der Fahrt zum Reiseziel kam dann meist noch die eine oder andere Panne oder Reparatur dazu, aber das spielte dann eigentlich keine Rolle mehr. :-)
 Es scheint, als hätten die argentinischen Busgesellschaften einfach keinen Peso mehr übrig, um ihre Fahrzeuge zu warten. Man fährt einfach, bis etwas kaputt geht. Sorry Argentinien, aber hier könnt ihr von den Chilenen noch etwas lernen. Dort kosten die Busse zwar auch nicht wenig, sie sind aber wenigstens zuverlässig.

Wenn’s dann mal rollte, dann entschädigte die unglaublich abwechslungsreiche Landschaft aber für vieles... mal abgesehen von den unendlich langweiligen Steppen Patagoniens. :-)



Fazit:

Ein bisschen weniger abenteuerlich als die Andenländer, aber auf eine ganz andere Art und Weise sehr interessant. Besonders aus Argentinien, wo wir auch viel mehr Zeit verbracht haben, nahmen wir sehr schöne Erinnerungen mit.

Finanziell gesehen, haben vor allem die Reisekosten unser Budget stark belastet. Die geplanten USD 45 pro Tag/Person waren somit leider oft zu knapp bemessen. Da wir aber zuvor in den Andenländern deutlich weniger ausgegeben hatten, ging’s am Ende doch wieder auf. :-)

19. März 2013

Tipps und Tricks - Die Andenländer

Es ist wieder mal Zeit, ein Fazit zu ziehen... diesmal über Südamerika, oder besser gesagt die Teile des Kontinents, welche wir bereist haben. Eine wichtige Erkenntnis gleich am Anfang: Man kann die Andenländer (Ecuador, Peru, Bolivien) nicht mit dem europäisch geprägten Süden (Argentinien/Chile) vergleichen. Deswegen haben wir uns entschieden, hierfür zwei separate Blogs zu schreiben. Den Anfang machen wir, unserer Reiseroute entsprechend, mit der nördlichen Region.

Länder und Leute:

Vom ersten Moment an besteht kein Zweifel mehr: Man ist im ursprünglichen Lateinamerika angekommen. Bolivien hat den höchsten Anteil indigener Bevölkerung in ganz Südamerika, gefolgt von Ecuador und Peru. Eine weitere grosse Gruppe der Einheimischen wird als „Mestizen“ bezeichnet. Dieser Bevölkerungsteil hat neben indigenen auch europäische Wurzeln. Trotz spanischer Sprache und katholischem Glauben sind aber auch die Mestizen kulturell ziemlich weit von Europa entfernt.

Als westlicher Tourist fällt man somit nur schon optisch auf. Wer allerdings freundlich ist, ein bisschen spanisch spricht und sich kleidungstechnisch der Bevölkerung anpasst, der wird auch schnell von den Einheimischen respektiert und wie ein solcher behandelt. (Kleidung: dezent und sauber - Flipflops, Trekkinghosen, Shorts und Trägershirts besser gleich im Hostel lassen...). Der allgegenwärtige Ausdruck „Gringo“ muss auch nicht unbedingt als Schimpfwort aufgefasst werden... es scheint, als würde damit einfach alles bezeichnet, was nicht ursprünglich aus der jeweiligen Region kommt (US-Amerikaner genauso wie Europäer, Australier oder sogar Chilenen und Argentinier).

Entgegen unserer Erwartung trafen wir nur selten auf heissblütige Latinos wie man sie sich in Europa vorstellt. Besonders die Bewohner der Bergregionen sind sehr zurückhaltend. Ist jedoch das Eis gebrochen, zeigen sie sich sehr interessiert, besonders zum Thema „Familie, Heiraten und Kinder“. Man sollte sich da schon mal vorsorglich ein paar Standard-Antworten bereitlegen. :-) Und dann waren da noch die einheimischen Kinder, welche je nach Region noch selten Reisende wie uns gesehen hatten. Zuerst meist schüchtern kichernd und tuschelnd, bis dann irgendwann das Mutigste fragte, wo wir herkommen, und wie’s dort so aussieht.

Allgemein wurden wir in Ecuador/Bolivien stets als Gast oder Besucher behandelt und hatten selten das Gefühl, als Fremde aufzufallen. Hier unterscheidet sich Peru jedoch gewaltig. Besonders in den touristischen Regionen bekamen wir das Gefühl, als sehen die Einheimischen in uns vor allem „wandelnde Geldautomaten“. Während wir z.B. in Quito an Marktständen die passiven „Verkäufer“ fast wecken mussten um was zu kaufen, wurden wir in Peru vor den Souvenirhändlern beinahe verfolgt. Auch merkten wir, dass Vieles was traditionell wirkt, eigentlich nur Show ist. So gehen die „Bewohner“ der Schilfinseln im Titicacasee, welche im grossen Stil von Touristen besucht werden, abends wieder ans Festland und übernachten in normalen Häusern. Trotz dem boomenden Tourismus erlebten wir die Peruaner meist als unzufrieden, strebend nach westlichen „Idealen“ wie Handy’s, schicken Autos und Fernsehern. 

Ganz anders sieht dies in Bolivien aus, dem ärmsten Land Südamerikas. Hier schienen die Menschen irgendwie glücklich. Man ist weder von ausländischen Touristen noch von der eigenen Regierung abhängig. Jeder versucht sich irgendwie durchzuschlagen, sei es als Kleinbauer, Sammeltaxifahrer, Strassenkoch oder Marktfrau, und irgendwie scheint es für alle einigermassen aufzugehen. Trotz scheinbarer Anarchie im Strassenverkehr und unübersichtlicher illegaler Märkte ist die Kriminalitätsrate eine der tiefsten in Lateinamerika, was auch wieder zeigt, dass die Bolivianer mit ihrer Situation mehr oder weniger zufrieden sind. Wenn es der umstrittene Präsident Evo Morales irgendwie schafft, die schockierend hohe Kindersterblichkeit zu senken, dann könnte Bolivien seine Traditionen unverfälscht in die moderne Welt retten. Ecuador ist dies bereits ziemlich gut gelungen. Wir würden es dem gebeutelten Land und seinen sympathischen Einwohnern jedenfalls gönnen.

Ärgerliches:

Es gibt unzählige verschiedene Varianten, sich in Südamerika über den Tisch ziehen zu lassen. Der mit Abstand verlässlichste Weg ist jedoch eine Taxifahrt. Es gibt wohl keine Berufsgruppe, welche weniger Ansehen geniesst als die Taxifahrer, und trotzdem ist man oft auf deren Service angewiesen.

Allgemein gilt: Immer wenn man denkt, man kenne alle Tricks, wird man erst recht vorgeführt. Taximeter sind entweder „kaputt“ oder gar nicht erst vorhanden und Wechselgeld hat ein Taxifahrer sowieso nie. Also immer zuerst den Preis aushandeln und schauen das man dies passend in der Tasche hat, am Besten bevor man nur schon einen Schritt mit dem Taxifahrer mitläuft. (Hört sich einfach an, ist’s aber meist nicht.) Meist geben die Hostels ungefähre Taxikosten vom Busbahnhof her an, so vermeidet man wenigstens Fantasiepreise. Schlussendlich bezahlt man als „Gringo“ aber sowieso immer mehr als eigentlich angebracht wäre. (Zum Trost: Verglichen mit Europa sind Taxifahrten trotzdem relativ günstig.)

Gefährliches:

Glücklicherweise erlebten wir nie Situationen, in welchen wir um unser Leben oder unsere Gesundheit fürchten mussten. Dass unser Laptop aus dem Hotelzimmer geklaut wurde war zwar ärgerlich, aber solche Sachen können nun mal überall passieren. Um Gefahren aus dem Weg zu gehen, verhielten wir uns meist wie die Einheimischen und benutzten den „gesunden Menschenverstand“.

In Städten waren wir nie im Dunkeln zu Fuss unterwegs. Besonders Quito wirkt abends wie ausgestorben, und das Viertel Mariscal, auch „Gringoland“ genannt, wird zur gefährlichsten Zone der Stadt. Im Gegensatz dazu ist Lima’s Touristenzone „Mirasol“ gut überwacht, auch verglichen mit anderen „Barrios“ der peruanischen Millionenmetropole. In kleineren Orten wie Baños, Puerto Ayora, Huacachina, Copacabana oder Uyuni hingegen fühlten wir uns rund um die Uhr sicher. Auch Cusco wirkte auf uns nicht bedrohlich, wahrscheinlich vor allem aufgrund des hohen Touristenanteils.

Auffälliges:

Man hört ja genug Schauermärchen was das Thema „Bargeld“ in Südamerika betrifft, von unserer Seite gibt’s hier aber vor allem Positives. Ok, wir mussten in Quito auch sieben Bancomaten abklappern, bevor wir Geld kriegten. Aber dies lag nicht an unserer VISA-Karte, sondern daran, dass man in grösseren Städten aus Sicherheitsgründen meist nicht mehr als USD 100 auf’s mal abheben kann. Als wir das mal kapiert hatten, ging’s eigentlich immer ohne Probleme. Selbst in kleineren Orten wie Chachapoyas oder Copacabana hatte es Bancomaten, welche bis zu umgerechnet USD 300 ausspuckten. Im täglichen Gebrauch sind jedoch Noten im Wert von USD 20 oder höher ziemlich nutzlos. Kleine Einkäufe mit grossen Scheinen zu bezahlen bedeutet meist, dass die Verkäuferin alle benachbarten Marktstände nach Kleingeld abklappern muss, um Wechselgeld zu kriegen. Wir passten uns also den Einheimischen an, und horteten wenn immer möglich genug Kleingeld.  

Streunende Hunde:

Egal wo man in Südamerika ist, egal was man tut – eines ist sicher: irgend ein kleiner oder grosser, schöner oder hässlicher, struppiger oder kuschliger aber immer freundlicher Hund steht einem zur Seite. Selbst wenn man irgendwo in der Pampa eine Wanderung unternimmt, man kann sich fast sicher sein, einen vierbeinigen Begleiter dabei zu haben. Es ist aber keineswegs so, dass alle Hunde freilebend sind, die Hundehaltung wird in den Andenländern einfach etwas anders gelebt als bei uns. So denkt ein Hundebesitzer grundsätzlich, dass sich der Hund durchaus selbständig ernähren kann. Die Schattenseiten davon bekommt man jeweils an den Autobahnen in den Gräben zu sehen.... Wir waren immer wieder entzückt von der Freude und Dankbarkeit dieser Hunde – jede Sekunde Aufmerksamkeit die ihnen entgegen gebracht wird, wird mit treuem Hundeaugenblick verdankt. Ja, den einen oder anderen Hund hätten wir gerne adoptiert... und wenn Nicole das sagt, heisst das was!!! :-)

Kulinarisches:

Wir hätten hier eigentlich gerne ein paar exotische Ess-Erlebnisse aufgezählt, aber da fällt uns gleich spontan gar nichts ein. Klar gibt’s in Spezialitätenrestaurants Meerschweinchen und Lamafleisch, aber dies wird meist exklusiv für Touristen zubereitet. In Ecuador/Nordperu ist vor allem ein Gericht ganz gross angesagt: „Arroz con Pollo“, also ein Berg Reis mit wenig Hühnerfleisch und noch weniger Gemüse. Sehr sättigend und preiswert (ca. 2 USD als Mittagsmenü inkl. Suppe), aber mit der Zeit auch ziemlich langweilig. Leckere Reis-Alternativen wie Kochbananen oder Maniok sind eher selten auf der Speisekarte. Wir haben wenn immer möglich selbst gekocht, und konnten so den Ernährungsplan auch etwas abwechslungsreicher gestalten. Die Zutaten kriegt man in den überall vorhandenen Markthallen (Supermärkte sind eher selten). So kamen auch öfters frisch gepflückte Avocados und saftige Mangos, aber auch Exotischeres wie Taxo’s und Pepino’s auf den Teller.

In Südperu/Bolivien könnte man sich dann auch ohne Probleme ausschliesslich italienisch ernähren, gewisse Ortschaften haben heute schon eine höhere Dichte an Pizzerien als Rom. Unter den Beilagen und Snacks finden sich dann doch glücklicherweise noch ein paar richtig leckere Spezialitäten. Hier eine kleine, unvollständige Auswahl:

- Jugo de Tomate de Arbol (Saft der „Baumtomate“, einer exotischen Frucht die mit der eigentlichen Tomate nichts zu tun hat – irgendetwas zwischen Melone, Kürbis und Birne... macht einfach süchtig).

- Tamales / Humitas (In Pflanzenblättern gedämfter Teig-Brei, gesüsst als Frühstück, oder mit Fleischstücken und gewürzt als Snack. Achtung: Das Blatt nicht mitessen – ist nur „Verpackung“).

- Chifles (Chips aus Kochbananen.)

- Ají (Scharfe Sauce aus Chilischoten, Knoblauch und Koriander. Wenn nach dem Abkochen immer noch Bakterien im Essen sind: Diese Sauce tötet alles. :-))

- Torta tres Leches (In Kondensmilch getränkter Bisquit-Kuchen... mmmmhhhh.)

- Chicha Morada (Peruanisches Nationalgetränk; eine Art Eistee, hergestellt aus violettem Mais. Gesünder und leckerer als die Zuckerbombe „Inka Kola“).

Trotz dieser leckeren Spezialitäten, mussten wir auch auf Vieles verzichten. So liessen wir die Finger von Glacé und Salat. Aufgrund der vielen Stromausfälle ist auch die Fleischkühlung nicht immer gewährleistet, also waren wir auch dort vorsichtig. Früchte und Gemüse haben wir immer geschält oder gekocht. So haben wir fast zwei Monate überstanden bevor’s uns dann doch noch mit einer Magenverstimmung erwischt hat. Alles kann man halt nicht kontrollieren. :-)

Übernachten:

Nach drei Monaten in US-amerikanischen anonymen Motels freuten wir uns schon richtig auf lebendige Hostels. Und wir wurden definitiv nicht enttäuscht. Für durchschnittlich USD 15 pro Person findet man ausgezeichnete Herbergen, meist mit Küche und praktisch immer mit kabellosem Internetzugang. Als Entscheidungshilfe Nr. 1 bestätigte sich auch hier der Bewertungsdienst „TripAdvisor“. In grösseren Orten gibt’s meist haufenweise Übernachtungsmöglichkeiten. Wir entschieden uns für kleinere, privat geführte Hostels, wo wir auch meist auf ähnlich gesinnte Reisende trafen (immer wertvoll für Tipps und sonstige interessante Gespräche). Als Alternative gibt’s in grösseren Städten „Party“-Hostelketten wie „LOKI“, aber dafür waren wir definitiv zu alt. :-)


Absolutes Highlight: Hostel D’Mathias in Baños. Für USD 6 pro Person kriegten wir ein superschönes Doppelzimmer mit Bad und Flatscreen-Fernseher. Wir haben dann mal spasseshalber ausgerechnet, wie lange wir dort von unseren Ersparnissen leben könnten ohne zu arbeiten. Leider reicht’s noch nicht ganz bis zum Pensionsalter. :-)


Und dann wäre noch das Thema mit der Wäsche: Möglichkeiten um selbst zu waschen findet man selten bis nie. Dafür gibt’s an jeder Strassenecke private Kleinwäschereien (ca. 50 Cents pro Kilo für’s Waschen/Trocknen).

Reisen:

Grundsätzlich gibt’s in den Andenländern nur ein Verkehrsmittel für Reisende: Den Bus! Flüge sind zu teuer, Eisenbahnen zu selten und für ein Mietauto bräuchte man Nerven wie Drahtseile. Wir waren jedenfalls positiv überrascht vom Preis/Leistungsverhältnis der Busgesellschaften. In Ecuador/Bolivien gilt: USD 1 pro Fahrstunde. Die Busse sind in diesen Ländern zweckgemäss ausgestattet und bieten sogar für europäische Verhältnisse ausreichend Beinfreiheit. Luxus gibt’s nicht. Dafür wird man pausenlos unterhalten, sei es von zugestiegenen Strassenverkäufern oder vom Fernsehgerät. Was die Filmauswahl angeht, gibt’s meist das zu sehen, was sich niemand freiwillig antun würde. Die argentinischen Slapstick-Komödien (Papa se volvio loco) waren da noch das Beste. Sonst gab’s vom 70er-Jahre Van Damme-Streifen bis zum deutschen Low Budget-Splatterfilm alles zu sehen was irgendwie blutig und geschmacklos ist. Da hilft nur eins: Kopfhörer rein und zum Fenster rausschauen. :-)


Eine ganz andere Kategorie von Bussen gibt‘s in Peru. Gut gewartete und moderne Doppelstöcker, teilweise mit überbreiten Ledersitzen bestückt. Man reist wie in der First Class, und Essen gibt’s auch noch dazu (Arroz con Pollo, logisch...). Ein wenig teurer als in den anderen Andenländern, aber vergleichsweise immer noch ein Schnäppchen. Und die Filme sind auch besser. :-)


Ein unverzichtbares Hilfsmittel in Südamerika war das Smartphone-App „MapsWithMe“. Nicht nur um zu überprüfen, ob der Taxifahrer richtig fährt. :-)
 Auch im Bus nützlich, um zu wissen wo man gerade ist... Haltestellen werden ja meist nicht ausgerufen.

Der Sonderfall:

Für alle obenstehenden Regeln gibt’s eine Ausnahme, welche auch sonst alles andere in den Schatten stellt: Galapagos!!! Wir haben mittlerweile ein paar Ecken unserer Welt gesehen, aber diese magische Symbiose aus wunderschöner Landschaft und überwältigender Tierwelt steht ganz oben auf unserer Rangliste. Nichts lässt sich mit dieser Inselwelt vergleichen, und deshalb ist es auch schwierig sie einzuordnen. Es ist zwar irgendwie Ecuador, aber irgendwie auch nicht... egal in welcher Hinsicht. Am Besten geht man selbst hin und macht sich ein Bild.

Fazit:

Die Andenländer waren klar der abenteuerlichste Teil unserer Reise, aber auch der interessanteste und überraschenste. Und abgesehen davon der mit Abstand günstigste. Unser Südamerika-Tagesbudget von USD 45 pro Tag/Person erreichten wir so gut wie nie, meist lagen wir sogar deutlich darunter (Galapagos ausgenommen).

30. November 2012

USA - Tipps und Tricks für Nachahmer...

Seit fast fünf Monaten sind wir nun unterwegs. Und mittlerweile sind die USA schon ziemlich weit weg... also höchste Zeit ein Fazit zu ziehen über unsere Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Neben den unvergleichlichen Momenten in der Natur und den Städten der USA, gab es jeweils auch viel zu organisieren und manchmal bestimmten ganz banale Dinge wie 'wo kann man Kleider waschen' unseren Reise- und Tagesablauf. Dieses Kapitel beinhaltet Tipps für Nordamerika-Reisehungrige und einige bekannte und unbekannte Seiten des 'American way of life'.

1. Amerikaner - wie wir das Volk erlebt haben
Wer es vorher noch nicht wusste, dem wird es spätestens am Ankunftsflughafen auffallen: Man ist in dem Land angekommen, wo Patriotismus quasi als Sport betrieben wird. Die Nationalflagge vor der Haustüre ist das Minimum, und es gibt nichts, was man nicht auch im 'Stars and Stripes'-Design kaufen könnte um seine Heimatliebe zu demonstrieren. Der Kreativität werden hier keine Grenzen gesetzt. So etwa wie wenn wir Schweizer das ganze Jahr durch den '1. August' feiern würden. :-) Natürlich wird in den Staaten an jedem halbwegs offiziellen Anlass von Dorffest über Konzert bis Football-Spiel zuerst mal die Nationalhymne gespielt. Spätestens wenn dann noch uniformierte Soldaten auftauchen, kennen die patriotischen Begeisterungsstürme dann gar kein Halten mehr. Egal wie man als neutraler Ausländer politisch dazu steht, es gehört definitiv zur Kultur und rein optisch fanden wir doch schnell Gefallen an den bunt geschmückten Häusern und Strassen. Besser ein kitschig-patriotisches Fest als gar keines. :-)

Trotz der immensen Heimatliebe der US-Amerikaner, haben wir doch teilweise eine Weltoffenheit entdeckt, welche wir nicht erwartet haben. Das Klischee der Amis, die keine Ahnung haben, was ausserhalb der Landesgrenzen passiert, stimmt nicht mehr überall. Und die klassische Schweden/Schweiz-Verwechslung haben wir auch nur einmal am eigenen Leib erfahren. :-) Erstaunlicherweise war es vor allem die Generation 60+, welche sich interessierte woher wir kommen und was wir ansehen wollten. Im Gegenzug erfuhren wir dann von den Meisten, dass sie schon mindestens einmal in Europa waren (mehrheitlich auch in der Schweiz) und weitere Reisen weltweit planten. Mit der arbeitenden Bevölkerung, obwohl stets freundlich und hilfsbereit, hatten wir jedoch sehr wenig Kontakt, beschränkt auf Hotelreceptionen und Restaurants. :-) Sehr kommunikativ sind junge Amerikaner im eigenen Land eigentlich selten. Meist sind sie irgendwie beschäftigt und haben selten Zeit. So ist es auch nicht verwunderlich, das wir seit unserer Ankunft in Südamerika schon mehr mit US-Amerikanern (Reisenden) gesprochen haben als in den drei Monaten zuvor in deren Land.

Beim Thema Umwelt(un)bewusstsein wurde jedoch unser Bild des energieverschleudernden Amerikaners vielfach bestätigt. Wiederverwendbares Geschirr ist für die meisten Hotels/Motels ein Fremdwort, und so werden allmorgendlich säckeweise Plastikteller und -besteck einfach weggeworfen. Die Bequemlichkeit gehört ja irgendwie zur Kultur, aber hierfür fehlte uns das Verständnis. Ein weiteres heisses, resp. kaltes Thema sind die allgegenwärtigen Klimaanlagen. Zugegeben, wir waren im Death Valley ja auch froh ums klimatisierte Auto. Aber muss man, wie vielerorts gesehen, wirklich während des Restaurantbesuches den Motor laufen lassen, nur damit die Klimaanlage den Innenraum kühl hält? Und was bringt dies, wenn gleichzeitig noch die Fenster geöffnet sind? Natürlich kann man von Einzelnen nicht aufs ganze Volk schliessen, aber es zeigt doch eindrücklich, dass beim Thema 'Umwelt und Energie' nicht alle Amerikaner auf dem gleichen Stand sind. Einzelne Staaten, namentlich Vermont, New Hampshire und Kalifornien haben hier schon lobenswerte Schritte gemacht... vielleicht merkt's der Rest ja auch noch. :-)

2. Essen, oder "ein bisschen mehr als Fast Food"
Unsere Leitsätze betreffend Nahrungsaufnahme in den USA waren: Nur 2mal pro Tag essen, und wenn etwas anderes als "Burger and Fries" auf der Speisekarte steht, nehmen wir das "Andere".  Mit diesen Regeln kamen wir gut durch, und hatten bei der Ausreise auch nicht merklich zugenommen. :-)

Klar, manchmal kommt man nicht um die omnipräsenten Burger rum. Diese schmecken in kleineren Lokalen meist richtig lecker... kein Vergleich zur Massenware von McDonalds, Burger King, Wendy's und Co. In diese typischen Fast Food-Lokale haben wir uns sowieso nur selten verirrt, es gibt einfach zu viele günstige und leckere Alternativen. In Restaurant-Ketten wie Chili's, Applebee's, Denny's, Olive Garden oder Outback kriegt man für ca. 35$ ein komplettes Menü mit Vorspeise für zwei Personen. Als gesunde Alternative empfiehlt sich die Kette Sizzler's; riesiges Salatbuffet für 10$ pro Person. Auch immer gut waren die mexikanischen Restaurants... Speisekarten dick wie Bücher und riesige Portionen. :-) Und von wegen grosse Portionen: Im Staat Nevada gibt's in fast jedem Casino ein Buffetrestaurant, auch ausserhalb von Las Vegas. Je nach Casino und Anlass kann man sich schon ab 5$ den Magen vollschlagen. :-)

Neben dem Abendessen war für uns das Frühstück die zweite grosse Mahlzeit. Meist war dies im Motelpreis eingeschlossen. Wenn nicht, lautete unsere erste Adresse dafür "Dunkin' Donuts". Neben den namensgebenden Donuts kriegt man dort eine grosse Auswahl von Frühstücksmenü's mit gutem Kaffee zu fairen Preisen.

3. Übernachten
Wie schon beim Essen, machten wir auch bei den Motels/Hotels die besten Erfahrungen mit grossen Ketten. Im Osten waren wir vor allem von den "Red Roof Inn's" begeistert, im Westen war dann "Best Western" unser Favorit. Natürlich findet man auch bei den anderen grossen Ketten wie "Motel 6", "Super 8" oder "Ecolodge" gute Unterkünfte... leider variiert die Qualität dort sehr stark. Wir waren jedenfalls schnell mal Mitglied in allen möglichen Kundentreueprogrammen und konnten so auch die eine oder andere Gratis-Nacht geniessen. :-) Private Anbieter gibt's natürlich auch haufenweise... diese bevorzugten wir meist in der Nähe von Nationalparks.

Eine weitere Variante wären die überall erhältlichen "Gutscheinhefte" für Übernachtungen, welche richtige Schnäppchen versprechen. Nachteil: Meist sind dies qualitativ eher schlechte Motels und es ist nicht möglich vorher zu reservieren. Wir liessen jedenfalls bald mal die Finger davon...

Allgemein gesagt ist der Preis einer Unterkunft meist von der Lage abhängig (je zentraler desto teurer). Über die Qualität sagt der Preis meist gar nichts aus. Da wir ein Mietauto hatten, wählten wir meist günstigere Bleiben in der Agglomeration der grossen Städte (Framingham bei Boston, Flughafengebiet San Francisco, ...). Als sehr nützlich und auch in Südamerika unverzichtbar erwies sich der Internet-Hotelbewertungsdienst "Tripadvisor". Auch wir haben mittlerweile einige Bewertungen dort geschrieben, und hoffen somit, anderen Reisenden bei der Hotelauswahl zu helfen.

Durchschnittlich haben wir über die drei Monate pro Nacht/Zimmer 100$ ausgegeben, was ziemlich genau unserem Budget entsprach. Als Paar zu reisen ist hier von grossem Vorteil, da Einzelzimmer nicht wesentlich günstiger sind.

4. Trinkgeld und Steuern
Für uns Europäer eigentlich nur Nebensache, sind die Trinkgelder in den USA ein sehr wichtiges und umstrittenes Thema. Viele Restaurant- und Hotelangestellte arbeiten zu sehr niedrigen Löhnen, und sind auf die Trinkgelder angewiesen. In bedienten Restaurants gilt: Service gut = 15% des Rechnungsbetrages, Service sehr gut=18%, Service fantastisch=20%. Dies scheint zwar hoch, aber Amis nehmen diese Regeln sehr ernst, und wir haben uns auch daran gehalten. Zusätzlich haben wir noch pro Übernachtung 1-2$ für die Reinigungskraft auf's Kopfkissen gelegt.

Neben den Trinkgeldern muss man auch immer noch die Steuern von ca. 10% (je nach Staat) mit einberechnen. So zahlt man schlussendlich mit den Trinkgeldern immer ca. 25% mehr als eigentlich auf der Speisekarte steht. Also wenn die Restaurant-Werbung sagt "only 20$", sind's im Endeffekt 25$ die man bezahlt. Am Anfang noch ärgerlich, gewöhnt man sich aber schnell daran. Ist ja immer noch günstiger als in der Schweiz. :-)

5. On the Road
Herumzukommen in den USA ist einfach, vorausgesetzt man ist mit dem Auto unterwegs. Auf ein Navigationsgerät haben wir verzichtet, als Alternative verwendeten wir Smartphone und Tablet-PC, welche auch mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet sind. Als sehr hilfreich erwies sich das App "MapsWithMe": Offline-Landkarten aller Länder, und erst noch gratis. Papierkarten werden so ziemlich überflüssig. :-)


6. Fazit
Auch wenn viele Leute Vorurteile gegenüber den USA haben, und Langzeitreisende dieses Land meist auslassen, genossen wir eine sehr angenehme Zeit und konnten ohne Sicherheitsgedanken selbständig reisen. Natürlich machten diese drei Monate einen grossen Teil unseres Gesamtreisebudgets aus... so könnten wir mit dem dort ausgegebenen Geld in Bolivien problemlos ein ganzes Jahr leben. :-)