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1. Oktober 2012

Mehr Meer... auf der "1" nach L.A.

Langsam aber sicher neigt sich unsere Zeit in den USA dem Ende zu... diesen Donnerstag geht's ab nach Südamerika. Na ja, wenn's hier langsam Winter wird, muss man einfach die Hemisphäre wechseln. :-) Unsere Spanisch-Kenntnisse sollten mittlerweile reichen um in Quito nicht zu verhungern, und auch von überflüssigen Gepäckstücken haben wir uns mittlerweile getrennt (byebye Badminton-Set). :-) 

Jedenfalls stellten wir in San Francisco fest, dass wir noch ziemlich viele Tage zur Verfügung hatten für die Strecke nach Los Angeles. Auch gut... da hat man etwas Zeit für weniger "offensichtliche" Attraktionen... zum Beispiel einen Kurzaufenthalt in Fairfield (Hauptgrund: Budweiser-Brauerei. *g*).

Weiter ging's dann auf  die angeblich schönste Küstenstrasse der USA, den Highway Nr. 1. Santa Cruz, Monterey, Big Sur, Santa Barbara... alles klingende Namen. Leider sahen wir ausser dichtem Nebel nicht allzuviel von der Küste. Immerhin, ab und zu mal ein paar verlassene Strände und interessante Tiere (Seelöwen, Seehunde, See-Elefanten, See-Otter...). Ein weiteres Highlight für mich war vorerst mal die Rennstrecke "Laguna Seca". Wer Motorradrennen schaut und "Gran Turismo" spielt wird's verstehen, für alle anderen ist's einfach nur ein bisschen Strasse im Nirgendwo. :-) Für eine Testrunde mit unserem Mietauto hat's leider nicht gereicht... 

Nach weiteren Kilometern südwärts erreichten wir dann unser US-"Endziel": Los Angeles, Hauptstadt der Berühmtheiten und Autokolonnen. :-) Und wir mittendrin... auch wenn wir von den Stars in Hollywood, Beverly Hills und Bel Air noch nichts gesehen haben. Leider wurde uns auch noch keine Film-Hauptrolle angeboten, dabei haben wir doch soooo fest damit gerechnet. :-) Im Gegensatz zu vielen anderen hier haben wir wenigstens einen "Plan B"... wir reisen einfach weiter. :-)

Bis zum nächsten mal... dann aus den Anden


Rauhe Küsten, ...

..., spezielle Gesteinsformationen, ...

..., und viele Tiere. Seelöwenbaby am Highway Nr. 1

Laguna Seca

Nicole mit dem berühmten "Highway Nr. 1-Nebel"

See-Elefanten

Pelikane und Surfer - Pismo Beach

Solvang - ein bisschen Dänemark in Kalifornien


In den Universal Studios

Am Filmset von "War of the Worlds" 

Kleiderwäsche für Weltreisende :-)


20. September 2012

Rote Nasen in San Francisco...

Nach dem Yosemite Park ging es nun endgültig ins Tiefland - unser Ziel war Napa, der Hauptort und das Versorgungszentrum des Napa Valleys. Nachdem unsere Unterkunft eher mit dem Prädikat "Under construction" versehen werden konnte, machten wir uns auf ins Zentrum von Napa. Okay, wir waren da, nur wo waren alle anderen? Es war uns ja bewusst, dass Amerika nach dem Labor Day sogleich Winterschlaf hält, aber sowas? Immerhin: der Ben & Jerry Glaceladen war offen ;-))

Selbstverständlich waren wir im Napa Valley um auch noch etwas vom roten Saft zu versuchen. Robert Mondavi, Sutter Home, Beringer, Hess, Jacuzzi - wunderschöne begrünte Weinkellereien. Die Tour bei Mondavi hat uns sehr gut gefallen - trotz der Grösse und Bekanntheit dieses Weingutes fühlt man die Liebe und Leidenschaft zur Weinherstellung und erhält als Tourbesucher einen persönlichen Eindruck.

Da wir aktuell im Gepäck keinen Platz für Weinflaschen haben und somit auch nicht zu den Grosseinkäufern gehören, hat uns ein Tag im Wein-Valley gereicht. So haben wir am nächsten Tag beschlossen den Pazifik zu suchen. Der Point Reyes wird während unserer US & Südamerika-Tour der westlichste Punkt sein. Es soll auch einer der windigsten Orte Amerika sein.......mmmhhh wirklich?

Beim Thema Wind fällt mir nur ein Ort ein: San Francisco - unser nächstes Ziel. Wir kramten tatsächlich die langen Hosen von ganz unten aus dem Rucksack :-O Und wehe man besucht dann noch ein Sonntagabend-Football-Game - aber dazu später.......... Vor langer langer Zeit war ich schon mal in San Francisco (gell Manu ;-)) - und an so manche Ecke konnte ich mich noch erinnern. Fish & Chips an der Fisherman's Wharf, Seelöwen-Geröhre, Strassen rauf und runter, Chinatown, eine Velotour nach Sausalito.... ufff taten mir am Abend die Füsse weh!! San Francisco ist und bleibt eine der schönsten Städte von Nordamerika.

Neben vielem Sightseeing haben wir wieder mal einen Tag dem American Way of Life gewidmet - wir hatten Tickets für das Footballspiel der 49ers gegen die Detroit Lions. Wer jetzt denkt "achhh so ein ödes Footballspiel...." der kennt die Amerikaner nicht :-) Also das geht dann so: Man nimmt seinen Pick Up, schnallt seinen Grill, seine 5 Kühlboxen und min. 2 Gallonen Anzündflüssigkeit auf die Ladefläche. Packt sich 4 - 10 heitere Kollegen, falls möglich nimmt man noch ein Zelt, Camping-Stühle, Tisch, Sofa, Amerika-Fahnen, Soundanlage usw. mit...... fährt bereits um 12 Uhr (das Spielt startet um 17.20) auf den Parkplatz vor dem Stadion und trifft da auf Tausende die das selbe gemacht haben. Fertig ist die Grill-Party à la USA ;-)) Ach ja das Spiel....stimmt, die 49ers haben gewonnen und wir uns den A... abgefroren ;-)

Robert Mondavi Weingut
Cabernet Trauben bei Robert Mondavi



Jacuzzi Weingut - wie in der Toscana

Point Reyes Leuchtturm
Aussicht auf SF von den Twin Peaks

Seelöwen am Pier 39



Lombard Street






Drinnen....

...Draussen :-)


10. September 2012

Durch die Wüste in den Wald

Der Bär ist zwar schon länger auf unserem Blog ersichtlich, jetzt folgt aber noch die Story dazu.

Nach unserem Ausflug an den Grand Canyon hatten wir zuerst mal eine Pause nötig... reisen ist doch ziemlich anstrengend. :) Da am "Labor Day"-Wochenende sowieso jeder US-Amerikaner unterwegs war, gingen wir den grossen Autokolonnen aus dem Weg und "verkrochen" uns in Kingman, einem ruhigen Ort an der Route 66.

Nachdem wir genug am Pool ausgespannt hatten, ging's dann auf eben dieser Route 66 mitten durch die wunderschöne Landschaft der Mojave Wüste. Lustigerweise sahen wir auf dieser Strecke keinen der Harley-Fahrer mehr, welche wir in den Ortschaften zuvor noch so zahlreich neben ihren blitzblank geputzten Maschinen stehen sahen. Na ja, irgendwie beschleicht uns langsam das Gefühl, Harley Davidson hat hierzulande nicht mehr viel mit Motorrad "fahren" zu tun... liegt vielleicht auch am erhöhten Durchschnittsalter der Besitzer/Mieter. :)

Wir jedenfalls hatten noch lange nicht genug von Wüstenstrassen, und fuhren weiter in's Death Valley. Landschaftlich war's zwar, abgesehen von den Sanddünen, nicht mehr so überwältigend. Aber Rekordtemperaturen machten den Aufenthalt trotzdem auf eine eigene Art unvergesslich. Da wir ja anscheinend mit Wanderungen bei 37 Grad nicht imponieren können (siehe Sandro's Kommentar), versuchten wir's diesmal bei 47 Grad. :) Ok, nach 500 Metern hatten wir unseren Wasservorrat bereits aufgebraucht und setzten uns wieder in's klimatisierte Auto... aber hauptsache wir haben's versucht.

Von 85 Metern unter Meereshöhe (Badwater Basin) gings dann auf über 3000 Meter ü.M. (Tioga Pass) und damit in den Yosemite Nationalpark. Statt Kakteen und Joshua Trees gabs Mammutbäume, und statt Wüstensand sahen wir Granitberge und Wildwiesen. Der absolute Favorit war jedoch der bereits erwähnte Schwarzbär am Strassenrand. Dieser war auch verantwortlich für die roten Hände während unserer Wanderung... in unübersichtlichen Gebieten soll man ja die Bären "wegklatschen". Hat sicher witzig ausgesehen, zwei klatschende Schweizer mitten im Wald. :)

Nach roten Händen gibt's jetzt aber erstmal rote Nasen im Napa Valley.... aber dazu beim nächsten Mal.


Typische Mojave-Landschaft... inkl. Bighorn-Sheep
Oatman an der Route 66


Oatman's neugierige Bewohner


Joshua Tree

Death Valley

-85.5m, +47 Grad... heissester Ort der USA: Badwater Basin



Sequoia Trees im Yosemite - ein bisschen grösser als Nicole :)



Yosemite's Parade-Panorama... mit El Capitan (links) und Half Dome (hinten Mitte)