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7. Juni 2013

G'day Sydney

Wir waren nun also an der Ostküste Australiens angekommen... dort wo sich ein Ferienresort ans andere reiht, und wo man vor lauter Surfbrettern in der Hauptsaison kaum das Meer sieht. Wir nutzten die Zeit jedoch vor allem, um uns von den Autofahr-Strapazen im Outback zu erholen. Es war ja sowieso Regen angekündigt, die perfekte Ausrede um wieder mal ein Cabin zu mieten. :-)

Als dann die Sonne wieder hervorkam, hatten wir genug Energie getankt, um die nächste Stadt zu erkunden. Zwar geht Brisbane neben Sydney und Melbourne meist vergessen, uns hat die Hauptstadt Queensland's aber doch ganz gut gefallen. Idyllisch mag zwar für eine 2-Millionen-Stadt komisch klingen, trifft's aber ganz gut. Eine Handvoll moderner Hochhäuser, ein gemütlicher Park, kostenlose Wasser-Taxis auf dem Fluss... für zwei Tage gibt's genug anzusehen, länger wäre übertrieben. :-)

Je weiter wir dann in Richtung Sydney fuhren, desto kühler wurden die Temperaturen. Bei 8 Grad auf dem Campingplatz in Byron Bay war dann unsere Schmerzgrenze erreicht. Wir spendeten unsere Camping-Ausrüstung der Heilsarmee, und verkrochen uns ins geheizte Motelzimmer. :-)

Über die letzte Weinregion unserer Reise (Hunter Valley) zog es uns dann nochmals in die Hügel. Wir mussten doch überprüfen, ob die "Blue Mountains" tatsächlich so blau sind wie's der Name sagt. Test bestanden: sie sind's... auch wenn der blaue Eukalyptus-Dunst an warmen Tagen sicher intensiver wäre.

Das eigentliche Highlight folgte dann am Ende: Sydney!!! Nicole schwärmte ja schon immer von dieser Hafenstadt, und ich verstehe jetzt endlich auch warum. Geschäftig, aber nicht hektisch... und gespickt mit architektonischen Highlights wie der Oper und der Harbour Bridge. Dazu noch der ruhige botanische Garten, die historischen Hafenquartiere, das lebendige Chinatown und einer der schönsten Zoos weltweit. Und das Beste: Alles ist zu Fuss oder via Fähre zu erreichen. So macht Sightseeing richtig Spass!!!

Ostküstenlandschaft (mal ohne Ferienresort...)

In Bundaberg gibt's Rum, sehr viel Rum :-)
Brisbane, die grosse Kleinstadt (oder kleine Grossstadt?)
Byron Bay
Hunter Valley: Wenn's regnet degustieren wir halt im  Motelzimmer :-)
Sydney Harbour Bridge
Die Oper tagsüber...
...und nachts.

Zootiere mit erstklassiger Aussicht...

Tiger im Doppelpack... quasi als Vorgeschmack auf Asien
Sydney's Skyline... vom botanischen Garten aus gesehen
Auch eine "Skyline"... Three sisters in den Blue Mountains

15. Mai 2013

Tausende von Kilometern

Nach unserem Ausflug in die "Berge", ging es anschliessend wieder zurück an die Küste. Entlang der Limestone Coast ging es weiter Richtung Adelaide. Leider zeigte sich das sonnige Australien länger je mehr von seiner nassen und kalten Seite. Alles sehr unbequeme Attribute für eine Reise im Jucy-Camper - neben dem Fakt, dass um 18 Uhr bereits dunkelste Nacht herrscht und Küchen bzw. Aufenthaltsräume meistens eher ohne Wände daher kommen... Nun gut, wir wollen mal nicht jammern - in Adelaide angekommen regnete es schlussendlich wie aus Kübeln und wir waren mit unserem reservierten Budget-Hotelzimmer gut beraten. Lustig nur, dass wir in unserer fahrbaren Einzimmerwohnung inzwischen besser schlafen, als in jedem Hotelzimmer :-) Aber ein Hotelzimmer bezahlen und im Jucy schlafen? Nee, dass dann doch nicht :-)

Adelaide scheint irgendwie eine Stadt neben dem Touristen-Strom zu sein - so kam es uns jedenfalls vor. Hauptsächlich wollten wir auch einfach zu unserer Liste an besuchten Weinregionen eine mehr hinzufügen: Das Barossa-Valley. So buchten wir eine vielversprechende Tour inkl. Lunch. Wir waren echt gespannt. Nach "Selber-Fahren" im Napa-Valley und Velofahren in Mendoza war das mal was Neues. Wir besuchten vier verschiedene Weingüter und durften herrliche Rot- und Weissweine probieren. Auf dem Weingut von Peter Lehmann (einer den man kennt) gab's einen köstlichen Lunch mit lokalen Spezialitäten. Mmmmhhh der Käse - da kommt Heimweh nach einem Stück Appenzeller Käse auf... Fazit: Die Tour war ein voller Erfolg und jeden Dollar wert! Und apropos Käse: Auf dem Markt in Adelaide haben wir tatsächlich Appenzeller Käse gefunden und unseren Gaumen kurzzeitig dem Heimatgefühl hingegeben :-)

Seit uns die Kälte und Nässe im Süden von Australien eingeholt hat, machten wir uns Gedanken, wo unsere Tour weiter durchgehen könnte. Inland retour nach Sydney? Da müssen wir doch erst Ende Mai hin.... Westküste? Und alles zurück? Nein, nein... Die Lösung? Ganz einfach: Ab ins Outback! Eigentlich stand der Uluru bzw. Alice Springs nicht auf unsem Reiseplan (zumal ich vor 7 Jahren schon da war) aber Pläne sind dazu da, sie zu ändern :-) So kam es, dass wir uns nach Adelaide auf in den Norden machten. Nach Port Augusta - der Drehscheibe zwischen West, Nord und Süd gab es kein Weg zurück. Mit jedem Kilometer wurde es wärmer, die Erde roter und die Landschaft karger - aber nicht minder interessant. In Coober Pedy machten wir die erste Bekanntschaft mit den kleinen nervigen Fliegen - gefühlte 1'000'000 davon :-) Und noch vor dem Sonnenuntergang, waren wir stolze Besitzer von zwar dämlich aussehenden aber wunderbar praktischen Kopf-Netzen :-) Nun waren wir endgültig gerüstet für's Outback! Noch 760 km trennten uns vom roten Berg ehhh pardon Stein....Nachdem wir irrtümlich den Mt. Connor für den Uluru hielten (shame on me :-O) standen wir endlich davor. Der Uluru oder Ayers Rock hat auch bei meinem zweiten Besuch nichts von seiner mystischen Ausstrahlung verloren und es machte Spass, die Region mit eigenem Fahrzeug zu erkunden. Und so verwandelten wir den Parkplatz, welcher einzig für den Sonnenaufgang für 30 Minuten vom gesamten Touristen-Strom besucht wird, anschliessend zu unserer Frühstücks-Terrasse. So macht Reisen Spass :-)

Neben dem Uluru besuchten wir auch Kata Tjuta (The Olgas) und genossen unseren Aufenthalt im Ayers Rock Resort Campground. Nach Yulara führte uns die Reise weiter nach Alice Springs. Seit meinem letzten Besuch scheint der Ort enorm gewachsen - oder kam es mir nur so vor? Jedenfalls ist es noch immer das Zentrum für Aboriginal-Kunst und so machten auch wir eine kleine Shopping-Tour. Im Alice Springs Desert Park staunten wir einmal mehr über die unglaubliche Vogelwelt in Australien.

Nach Alice Springs hatten wir einige längere Fahrtage vor uns: Ca. 533 km weiter in Richtung Norden bis kurz nach Tennant Creek und anschliessend 1540 km weiter Richtung Osten via Mount Isa und Hughenden nach Townsville an der Ostküste. Dazwischen ganz viel nichts, schlafende Kängurus und jede Menge Minen und Bohrlöcher. Gottseidank hielt unser Jucy mit seinen 330'000 km auf dem Buckel auch dieser Belastung mit etwas Unterstützung stand...

In Townsville war nach so viel Fahren erst mal Relaxen und nichts tun angesagt. Und wo geht das in Australien am Besten? Nein, nicht am Strand, natürlich in der örtlichen Bierbrauerei :-) Townsville ist eine gemütliche Stadt weit entfernt von einer pulsierenden Metropole und so zog es uns auch schon bald weiter nach Airlie Beach. Leider aktuell in der Hand einer riesigen Baustelle quer durch's Zentrum - ob wohl Nebensaison ist? Der Strand ist wie bereits beim letzten Mal Postkarten-Tauglich. Trotzdem zog es uns nach einigen Tagen Strand-Feeling wieder ins Hinterland: in den Eungella National Park. Gemäss Lonely Planet einer der wenigen Orte in Australien an denen man Schnabeltiere (Platypus) in der freien Natur sehen kann. Keine Ahnung was ein Schnabeltier ist? Kurz: Ein im Wasser lebendes ca. 30-40 cm langes, eierlegendes Säugetier mit einem Schnabel, der in der Form dem einer Ente ähnelt. Ansonsten sieht das Schnabeltier aber eher wie ein flach gebauter Bieber aus - wirklich ein cooles kleines Tierchen. Und nachdem wir geduldig am Ufer des Flusses ausharrten, bekamen wir eine ganz besondere Show geliefert: Platypus vs. ahnungslose Ente :-) Auch sonst hat uns die Region um Eungella besonders gefallen: grün, hügelig und gemütlich. Leider machte uns das Wetter nach zwei Tagen mal wieder einen Strich durch die Rechnung und fühlte sich mehr an wie April in der Schweiz... Ob es an der Küste besser wird? Dazu dann beim nächsten Mal mehr :-)

Solche Küsten gefallen uns!
Weingut im Barossa Valley

Mmmhh fein war's bei Lehmann's :-)

Wer die Wahl hat, hat die Qual - in Port Augusta
Ohne Worte - aber mit Fliegen
Standbild für rund 2000 km
The rock - Uluru
Gemütliches Frühstück beim Uluru
Kata Tjuta
Ab und zu mal typischer Touri sein :-)
Australiens einzigartige Vogelwelt: Zebra Finken bei der Morgendusche
Papageien in allen Farben im Alice Springs Desert Park
Devils Marbles irgendwo im Outback
Airlie Beach - auch Strand ist schön...
...wir bevorzugen diese Aussicht - Eungella National Park
Schnabeltier in Echt
Und etwas grösser zum Knuddeln :-)

21. April 2013

Wombats und Wolkenkratzer... Australien's Südosten

Ja, wir sind angekommen im Land wo man Suppenwürfel auf’s Brot streicht (Vegemite) und wo lustige Beuteltiere hüpfen, klettern und watscheln. Nach dem ländlichen Neuseeland erlebten wir aber zuerst mal eine Art Kulturschock. So riesige Städte wie Sydney sind wir uns definitiv nicht mehr gewohnt. Da unser Flug aber sowieso wieder von dort aus nach Singapur starten wird, haben wir die Stadtbesichtigung kurzerhand an den Schluss unseres Australien-Abenteuers verschoben.

Erster Fixpunkt: Neues Mietauto! Unsere neuseeländische Lieblings-Autovermietung „Jucy“ offerierte uns ein Kleinstwohnmobil, unschlagbare AUD 500 günstiger als das kleinste verfügbare normale Auto. Da muss man nicht zweimal überlegen. :-) Wir sind jetzt stolze Fahrer eines umgebauten Toyota Previa: Von aussen Minivan (aka Pampers-Bomber), vorne zweisitziger Langstreckentransporter, hinten geräumige Ladebrücke/Doppelbett, und bei geöffneter Heckklappe sogar als Küche zu gebrauchen. Wir nehmen alle dummen Sprüche zurück, die wir über diese Fahrzeuge in Neuseeland gemacht haben... praktischer und günstiger lässt sich kaum reisen.

Voller guten Mutes steuerten wir unseren vierrädrigen Stolz der Küste nach in Richtung Süden. Was wir bei unserer Planung nicht berücksichtigt hatten: Auch die Australier feiern Ostern. Und was für uns Schweizer das Tessin ist, das ist für den Aussie die Küste. Eingequetscht zwischen XXL-Zeltstädten und Familengrillfesten entschieden wir uns, erstmal ins Landesinnere zu fahren, bis sich die Lage wieder etwas beruhigt. :-)

Dort trafen wir auf die, aufgrund Ferienzeit, ziemlich ruhige Hauptstadt Canberra. Weil sich dazumals Sydney und Melbourne nicht einigen konnten, wer denn nun Regierungssitz sein soll, wurde kurzerhand eine neue Stadt gegründet. Vom Strassenbild über die Architektur bis zum künstlich angelegten See, alles entstand von Menschenhand geplant und macht Canberra auf eine eigene Weise sehr interessant.

Nachdem wir das „Zentrum der Macht“ gesehen hatten, zog es uns wieder ans Meer, diesmal in den Staat Victoria. Inseln und Halbinseln wie Raymond Island, Philip Island und der Wilsons Prom-Nationalpark zeigten uns die faszienierende Tierwelt Australiens von der besten Seite. Schlafende Koalas, krächzende Kakadus, lachende Kookaburras, brütende Pinguine, neugierige Emus, farbige Papageien... hier braucht man kein Fernsehen um unterhalten zu werden. Unsere Favoriten sind jedoch die Wombats auf dem Campingplatz „Tidal River“. Kaum geht die Sonne unter, watscheln diese kuscheligen „Busch-Bulldozer“ zwischen den Zelten umher. Für solche Momente geht man auf Weltreise. :-)

Mit diesen Eindrücken im Gepäck stürzten wir uns in’s Getümmel von Melbourne, Australiens zweitgrösster Stadt. Zur Einstimmung fuhren wir mit unserem 2-Tonnen-Gefährt auf der Formel 1-Strecke im Albert Park...Sebastian Vettel hätte wohl einen Lachkrampf gekriegt bei diesem Anblick. :-) Nachdem wir auch noch weitere Sportstätten wie die Rod Laver Arena, den MCG, usw. besichtigt hatten (für Männer sind solche Sachen halt wichtig *g*), widmeten wir uns dann noch den eigentlichen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt bietet sehr viel, und man läuft sich troz kostenlosem Touristen-Bus schnell mal die Füsse heiss. Moderne Wolkenkratzer und alte Kirchen, ein riesiger Markt sowie unzählige Einkaufszentren, aufgefrischte Hafenviertel aber auch authentische asiatische Quartiere... einfach für jeden Geschmack etwas. Melbourne hat uns positiv überrascht, eine Stadt in der wir uns auch vorstellen könnten zu leben... wenn sie nur nicht so weit weg wäre von zuhause.

Westlich von Melbourne widmeten wir uns dann wieder ganz der Küste. Auf der „Great Ocean Road“, dem australischen Pendant zum US-Highway Nr. 1, rollten wir an windumtosten Steilklippen und wellenreichen Surf-Stränden entlang. Wir entdeckten ein paar schöne Ecken, aber irgendwann zieht’s uns Schweizer dann doch wieder weg vom Wasser und ab in die Berge... oder was man in Australien so als „Berge“ bezeichnet. :-) Die schroffen Felsen der „Grampians“ eigneten sich jedenfalls bestens um die Wanderschuhe mal wieder zu bewegen. Und nach unzähligen zweidimensionalen Strassenrand-Varianten sahen wir endlich auch die lebendige und hüpfende Versionen der berühmtesten Australier: Känguruh’s (ganz unspektakulär neben einer Tankstelle).



Überbreite Promenaden, wuchtige Gebäude - Canberra

Hier war auch schon mal mehr los - Das Parlament während der Ferienzeit

Unsere fahrende Einzimmerwohnung...

...sogar mit Küche.



Seltener Anblick, wacher Koala :-)

Lori's

Kookaburra, der frechste Vogel des Kontinents

Siegerfoto auf Philip Island, das Rennen gewinne ich dann nächstes Jahr :-)

Melbourne

An der Great Ocean Road


Im Grampians-Nationalpark