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4. April 2013

Berge und Strand - Westküste auf der Nordinsel


Zurück auf der Nordinsel verbrachten wir zwei windige Tage in Wellington. Dank dem grossen National-Museum "Te Papa" konnte auch der letzte Regentag interessant überbrückt werden. Dass wir uns für einmal den "Luxus" eines Cabins mit Küche gegönnt haben, war nach über acht Monaten mit Gemeinschaftsküchen schon fast denkwürdig.

Nach Wellington zogen wir entlang der Westküste bis nach Whanganui  und weiter in den Westen nach New Plymouth. Der Bilderbuch-Berg Mount Taranaki stach uns schon ziemlich bald ins Auge. Nach einem Infostop im Besucher-Zentrum war zumindest für Stefan klar, dass er eine 2-Tages Tour machen möchte. Ich entschied mich für Entspannung und Relaxen in wunderschönen Belt Seaside Camping im Cabin mit Meersicht. Auch nicht schlecht oder? ;-) Komisch daran war nur das "ohne-Stefan-sein"...

Nach dem Solo-Erlebnis haben wir uns wieder gemeinsam weiter Richtung Norden aufgemacht. Ziel: Waitomo - die Glühwürmchen-Höhlen. Unplanmässig sind wir mitten in ein Schafscheer-Festival geplatzt und wir fühlten uns extrem heimisch - wie an einem Schwingfest :-) Da wir in Waitomo hauptsächlich auf die Glühwürmchen gewartet haben und diese bekanntlich nur am Abend im Dunkeln leuchten, haben wir den Tag mit nichts-tun verbracht. Am Abend sind wir mit Stirnlampe ausgerüstet auf eine kurze Wanderung - und haben tatsächlich viele der kleinen leuchtenden Würmchen gesehen.

Weiter gings an Auckland vorbei ins Northland. In Wangarei und vorallem in Whatuwhiwhi genossen wir die Ruhe und die Abgeschiedenheit - unsere letzten friedlichen Tag in Neuseeland. Auf der Rückfahrt nach Auckland besuchten wir einen Kauri-Wald und suchten bei einer Nacht-Tour leider vergebens ein letztes Mal einen Kiwi. Dafür war unser Cabin eines der Schönsten, welches wir in ganz Neuseeland hatten. Neuseeland ist ein wunderschönes Land und all die vielen gemütlichen Plätze und die Gastfreundschaft der Kiwi's haben uns enorm bedruckt. Die Messlatte ist hoch - wird Australien da mithalten können? Wir halten euch auf dem Laufenden....

Retour zur Nordinsel
Te Papa Museum in Wellington

Da lässt sich entspannen - Belt Seaside Camping

Mount Taranaki
Stefan's Solo-Wanderung


Wo bitte?


Stefan's Nachtlager



Wind Wand in New Plymouth

Was es wohl denkt? :-)

Relaxen in Whatuwhiwhi

Kauri-Baum

Fähre fahren auf dem Rückweg nach Auckland


25. März 2013

Von Pinguinen und einsamen Stränden - Südinsel 2. Teil

Da fliegt man um die halbe Welt, fährt hunderte Kilometer durch einsame Landschaften und was findet man dort: Die schottischste Stadt der Südhalbkugel, komplett ausgerüstet mit Bierbrauerei und Haggis-Spezialitäten-Restaurants. :-) Uns hat Dunedin super gefallen. Nicht zu gross, nicht zu klein, und dank 23'000 Studenten auch ziemlich lebendig. Für Schleckmäuler gibt's zudem Führungen in der Cadbury-Schokoladenfabrik... inklusive "Zwischenverpflegung". :-)

Wir verstehen gut, dass ein TVT-Kollege meines Vaters dorthin ausgewandert ist. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an "Falk and Family" für die vielen Tipps und das leckere Abendessen.

Von Dunedin aus war es nur eine kurze Fahrt zur Otago-Halbinsel, ein Naturparadies gleich vor den Toren der Stadt. Dort hatte vor 140 Jahren mal jemand zu viel Geld, und deswegen ein Schloss gebaut. Aber eigentlich waren wir vor allem wegen der Tierwelt dort. Majestätisch fliegende Albatrosse und lustig watschelnde Pinguine (im Gegensatz zu Oamaru sahen wir ca. 20, nicht nur einen *g*).

Und weil wir schon so weit südlich waren, liessen wir es uns nicht nehmen, ganz nach "unten" zu fahren - an die einsame Catlin-Küste. Mehr erzählen wir nicht, sonst ist es ja kein Geheimtipp mehr. :-)

Sicher kein Geheimtipp ist der Milford Sound, der einzige zugängliche Fjord der Westküste. Wenn jeder Tourist die 100km-Sackgasse dorthin fährt, dann muss es ja wohl spektakulär sein. :-) Gemütlich war's jedenfalls, bei Regenwetter im Schiff rumzutuckern. Und für Nicole gab's (dank dem Regen) jede Menge Wasserfälle.

Nächstes Ziel auf der "Pauschaltouristen-Route": Queenstown, das "Mallorca" der Südalpen. Man stelle sich St. Moritz vor, einfach mit chinesischen Souvenirhändlern statt Luxusboutiquen. Irgendwie nicht so ganz unser Ding, mal abgesehen von der idyllischen Lage. Da verbrachten wir lieber einen halben Tag im Holzwand-Labyrinth. Orientierungssinn (Nicole) gegen "Einfach mal draufloslaufen" (Stefan). Resultat: Unentschieden. :-)

Immer schön zwischen Bergen und Meer düsten wir der Westküste nach in Richtung Norden, Ziel: "Abel Tasman"-Nationalpark. Dort schnappten wir uns ein Kayak, und besichtigten die Landschaft vom Wasser aus. Die ersten paar Meter im Wasser waren dann nicht ganz so einfach (paddeln und gleichzeitig steuern = Multitasking = für Männer unmöglich). Also übernahm Nicole das Steuer, und ich konnte mich auf's Rudern konzentrieren. Dank dieser Aufgabenteilung überholten wir dann schnell den Rest unserer Gruppe, und ich holte mir einen ordentlichen Muskelkater. :-)

Die restlichen Tage auf der Südinsel waren dann nicht ganz so interessant, ausser man ist aus irgendwelchen Gründen an mehrtägigen Regenschauern interessiert. Wir waren's nicht, die örtlichen Bauern schon... nach 3 Monaten Dürre auch verständlich. So zog's uns via Fähre wieder auf die Nordinsel.



Dunedin's Bahnhof

Baldwin Street, die steilste Strasse der Welt...

Speight's Brewery

Larnach Castle - das einzige Schloss Neuseelands

Genau, gewindet hat's auch auf der Otago-Halbinsel :-)

Den Gelbaugenpinguinen schien's zu gefallen

Nugget Point
Einsamer Strand in Catlins. Pssst,,. Geheimtipp :-)

Milford Sound, oder was man bei Regenwetter so sieht...


Schöne Südalpenlandschaft bei Queenstown

Da kam wohl ein Schaf "ungeschoren" davon...
Lustige Cabin's

Westküsten-Zusammenfassung: Franz Josef-Gletscher, ...
...die Pancake Rocks,...
...Hector-Delphine,...
...und natürlich Sandfliegen. :-)
Schiffchen fahren...

Im Abel Tasman-Nationalpark



11. März 2013

Schäfchenzählen im Süden



Wir genissen Neuseeland so richtig :-). Man merkt es auch unserem Blog an...

Nun jedenfalls sind wir mit ca. 500 Schäfchen zusammen so um den 22. Februar rum – schon eine Weile her ich weiss... – auf die Fähre zur Südinsel. Die Schäfchen hatten es etwas enger als wir und haben uns nur aus grossen Knopfaugen angeschaut.  Geschaukelt hat es und mir war mal wieder super schlecht – ich hoffe den Schäfchen nicht...  :-/.  Zu später Stunde sind wir in Picton auf der Südinsel angekommen. Wir freuten uns auf das bereits reservierte Cabin in der Nähe – und wurden nicht enttäuscht. Holiday Parks in Neuseeland sind schon genial! An unserem ersten Tag im „Süden“ haben wir uns Picton angeschaut und ein erstes Mal die wunderschöne Landschaft mit Meer, Wald und Bergen bestaunt.

Am nächsten Tag ging es Richtung Kaikoura weiter – unsere Route sollte uns an der Ostküste runter und an der Westküste wieder hoch führen. Da das Wetter schön bleiben sollte, nutzten wir die Möglichkeit und stellten unser Zelt auf. Kaikoura ist vor allem für Whale-Watching bekannt. Da wir dies in unserem Leben schon so oft gemacht haben, entschieden wir uns für eine Wanderung um die Halbinsel. Rauhe Meeresklippen sind immer wieder beeindruckend.

Zwei gemütliche Zeltnächte später kurvten wir südwärts nach Christchurch. Wir landeten gleich zu beginn im Zentrum und waren von dem was wir sahen doch ziemlich schockiert. Es war uns zwar bewusst, dass nach dem verheerenden Erdbeben erst zwei Jahre vergangen waren, aber dass im Grunde nach wie vor das gesamte Zentrum abgesperrt ist und teilweise ohne jegliche Bautätigkeit bereits von Gras überwachsen brach liegt – das hatten wir nicht erwartet. Zeitungsberichten war zu entnehmen, dass insbesondere Versicherungen die Bautätigkeiten wohl sehr behindern bis verunmöglichen und Geldbeträge nur sehr langsam an die Versicherten fliesst... Wir hoffen, dass Christchurch eines Tages zu neuem Leben erwachen kann, aber bis dahin ist es noch ein langer, steiniger Weg :-/

Unser Camping lag in New Brighton – ein Quartier am Meer, ebenfalls ziemlich heftig vom Erdbeben heimgesucht. Eigentlich war unser Plan einen Tag in der Stadt zu verbringen, allerdings halten wir nicht viel vom Gaffer-Tourismus und haben anderweilig  in die Wirtschaft investiert:  in einem Outdoor-Outlet J
Am nächsten Tag ging es weiter in den Süden bis Oamaru. Anstatt am Meer entlang wählten wir die etwas längere Route über den unglaublich hohen Burke Pass (828 m.ü.M) ;-) um einen Blick auf Neuseelands höchsten Berg den Mount Cook zu werfen. Der ist mit 3754 m.ü.M zwar hoch – aber für südamerikanische Verhältnisse gerade mal so auf durchschnittlichem Niveau für eine Stadt wie Cusco.  Wenn man sich das mal vorstellt – unglaublich!

In Oamaru war zelten angesagt –  der Aufbau war schnell erledigt und so hatten wir Zeit um uns auf die Suche nach den Gelbaugen-Pinguinen zu machen. Diese watscheln jeweils nach Sonnenuntergang vom Meer an Land in die Gebüsche. Da standen wir dann ca. 2.5 h – und sahen dank unserem Fernglas einen einzigen Pinguin...  Ansonsten hat uns Oamaru sehr gut gefallen – vor allem die vielen alten prachtvollen Gebäude mit teilweise wuchtigen Säulen aus dem cremefarbenen Oamaru-Kalkstein sind eine Augenweide.

Nach Oamaru war es Zeit für die schottischste aller Städte in Neuseeland: Dunedin.  Da gab es mal wieder eine Bierbrauerei – darum überlasse ich das dem Fachmann im nächsten Blog ;-).

Ach ja und aktueller Schäfchenzählerstand: 1'452'991

Wir und die Schäfchen auf der Interislander Fähre
Welcome on the South Island
Kaikoura Peninsula





Cabin in Newbrighton bei Christchurch
Church of the good shepherd beim Lake Tekapo
In weiter Ferne aber trotzdem schön: Mount Cook
Gebäude aus Oamaru-Kalkstein
Einzigartiges geologisches Phänomen: die Moeraki Boulders

25. Februar 2013

Zwei Hobbits in Mordor

Auf heisse Strände folgten heisse Quellen... und hierfür gibt’s in Neuseeland einen ganz besonderen Ort: Rotorua. Einfach dem Gestank nach faulen Eiern (Schwefeldunst) folgen, und man landet automatisch in dieser Stadt. :-) Tausende von Touristen jährlich sorgen dafür, dass Aktivitäten für jeden Geschmack angeboten werden. Von Thermalbädern über Geysire bis zu Bungeejumping und „Zorbing“... wem’s langweilig wird, der ist selber schuld. Wir entschieden uns für einen Besuch im „Agrodome“, und lernten sogar wie man ein Schaf von seiner Wolle trennt. Sehr wichtig, da hier 10mal mehr Schafe als Menschen leben. :-)

Genau von diesen Schafen sahen dann im vulkanischen Tongariro National Park erstmal nichts mehr... eigentlich sahen wir ausser Sandfliegen und Wanderern sowieso keine Lebewesen dort. Die Ausbrüche der drei Vulkane alle paar Jahre sorgen dafür, dass stellenweise nicht mal mehr das zähe Tussock-Gras wächst. In den „Herr der Ringe“-Filmen wurde diese Landschaft dann auch als düsteres „Mordor“ verfilmt. Definitiv eine Gegend, wie wir sie noch nie gesehen hatten, und deshalb erst recht interessant. Wir schnallten also unsere Wanderschuhe an, packten Kleider, Verpflegung, Kochgeschirr und Schlafsäcke in die Rucksäcke und machten uns auf zur dreitägigen Wanderung auf dem „Northern Circuit“.

Die Strecke führte uns von Whakapapa, dem einzigen Ort im Park, einmal um den Vulkan „Ngaurahoe“ rum. Was an Leben in dieser kargen Region fehlt, wird mit schroffem Lavagestein, wunderschönen Kraterseen, dampfenden Felsspalten und immer wieder wechselnden Farben der Landschaft mehr als wettgemacht. Die Nächte in den Berghütten inmitten unberührter Natur waren sowieso unvergleichlich, auch wenn’s im Massenlager teilweise etwas chaotisch zu und her ging. :-)
 Mit ein paar „Umwegen“ kamen wir so auf fast 50km bevor wir den Ausgangsort wieder erreichten.

Unser nächster Ausflug war dann etwas weniger anstrengend. Ein paar Kilometer weiter westlich machten wir uns von Napier her auf, um die Basstölpel-Kolonien auf dem Cape Kidnappers zu besuchen - füsseschonend auf einem Traktor-Anhänger. :-)
 Da dieser Ausflug nur bei Ebbe möglich ist, holte uns der Wecker bereits um 5 Uhr aus dem Zelt. Gelohnt hat es sich trotzdem, wann fährt man schon gezogen von einem Traktor durch die Wellen eines Traumstrands... Zum Abschluss gab’s dann ein Mitagessen mit passendem „Traubensaft“ im Weingut „Clearview“.  Zwar nicht mit Mendoza zu vergleichen, aber doch ganz nett. :-)

Dies war’s vorerst mal von unseren Erlebnissen auf der Nordinsel... weiter geht’s dann drei Fähre-Stunden weiter südlich...




Wer guckt denn da so überrascht? Neuseeland's Nationaltier...

...und die Nationalpflanze: Das Farn
Barbecue-Meister bei der Arbeit
Im Agrodome, mit unserem Maskottchen "Paula"
Paula und ihr "Schaf des Lebens"
Am Lake Rotorua
Man sieht: Die Engländer waren schon vor uns hier. :-)
Bevor's losgeht noch etwas ausspannen...
Der Vulkan Ngaurahoe, auch bekannt als "Schicksalsberg" aus Herr der Ringe
Oben angekommen: der "Red Crater"
Der Name sagt alles: Blue Lake
Die Emerald Lakes
Und runter geht's, durch die Lava-Wüste
Und weil's so schön ist, noch von der anderen Seite...
Roter Flitzer der etwas anderen Art
Basstölpel...
...und schöne Landschaften auf Cape Kidnappers
Kleiner Snack zwischendurch :-)
Genau, hier waren wir auch noch. Fotografieren ging schneller als abschreiben. :-)